Die Kapelle des heiligen Matthäus steht unmittelbar außerhalb der alten Stadtmauern von Bitonto. Historische Quellen sind spärlich, doch eines steht fest: Sie gehörte der Familie Bove – später bekannt als Bovio – und diente ihr als privater Andachtsort.
Die Kapelle wurde im Jahr 1270 von Sergio Bove, dem Stammvater der Familie, gegründet und war dem heiligen Matthäus geweiht, dem Schutzpatron von Ravello, der Herkunftsstadt der Familie.
Das Gebäude folgt einem einfachen Grundriss mit einem einzigen Schiff und einem Tonnengewölbe. Etwa in der Mitte des Raumes tritt eine gewölbte Struktur hervor, die dem Verlauf des Gewölbes folgt – vermutlich wurde sie zur statischen Unterstützung eingefügt. Die Apsis ist halbrund und nach Osten ausgerichtet, ganz im Sinne mittelalterlicher liturgischer Tradition. Im Inneren ist die Ausstattung schlicht gehalten. Altar, Weihwasserbecken und Treppengeländer zeigen romantische Stilmerkmale, die bei einer Restaurierung im späten 19. Jahrhundert hinzugefügt wurden.
Im 19. Jahrhundert erfuhr die Kapelle tiefgreifende Veränderungen infolge der städtebaulichen Entwicklung. Das umliegende Straßenniveau wurde stark angehoben, sodass das Gebäude zu versinken drohte. Um dies zu verhindern, wurde die Fassade der Kapelle angehoben. Dabei wurde der mittelalterliche Stil bewahrt und zugleich eine Verbindungsecke zwischen dem Platz und der angrenzenden Straße geschaffen. An diese bauliche Maßnahme erinnert heute eine Gedenkplatte im Inneren der Kapelle.
Eines der markantesten Merkmale des Gebäudes ist der Glockengiebel – ein einbogiger Glockenturm, wie er für Kirchen aus der Zeit des Hauses Anjou typisch ist. Ebenfalls auffällig ist die freihängende Kanzel, die sich kühn von der Wand absetzt und sofort ins Auge fällt. An ihrer Vorderseite ist ein Wappen eingraviert, das auf eine Restaurierung im 19. Jahrhundert zurückgeht.
Diese besonderen Elemente machen die Kapelle des heiligen Matthäus zu einem einzigartigen Beispiel in der architektonischen Landschaft von Bitonto.
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