Die Alte Kirche des heiligen Leucius ist eines der ältesten sakralen Gebäude in Bitonto, versteckt in einer ruhigen und stimmungsvollen Ecke nahe der Kirche des heiligen Johannes des Evangelisten. Im Laufe ihrer langen Geschichte wurde mehrfach versucht, sie aufzulösen, doch alle Bemühungen scheiterten am entschlossenen Widerstand von Klerus und Bürgerschaft.
Die Ursprünge der Kirche reichen ins 10. Jahrhundert zurück. Sie besticht durch eine rustikale Steinfassade, die sich pyramidenartig verjüngt und von einem kleinen Glockengiebel bekrönt wird. Es gibt zwei Eingänge: Die Haupttür ist von einem Rundbogen eingefasst, darüber öffnet sich ein großes Fenster; die kleinere Seitentür trägt im Türsturz ein Wappen.
Im Inneren ist der Raum in zwei gleich große Schiffe unterteilt, getrennt durch einen zentralen Pfeiler. Dieser trägt zwei Bögen, die wiederum die Basis für das heutige Gewölbe aus dem Jahr 1762 bilden – vermutlich ersetzt es ein älteres System aus halbkugelförmigen Kuppeln.
Bis 1906 diente die Kirche als Pfarrkirche, danach verfiel sie zunehmend. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde sie im Rahmen von Restaurierungsarbeiten wiederhergestellt – unter der Leitung des Zentrums für Historische Forschung und der Aufsicht der Denkmalschutzbehörde. Diese Eingriffe ermöglichten die Rettung wertvoller Fresken, darunter eine Madonna mit Kind und ein Christus Pantokrator. Weitere Fresken wurden inzwischen in das Diözesanmuseum überführt.
Neben der Kirche liegt ein kleiner Garten, der einst als Friedhof diente. Von hier aus lassen sich die Apsiden bewundern – eindrucksvolle architektonische Merkmale, die den frühmittelalterlichen Ursprung dieses bemerkenswerten Bauwerks bestätigen.
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