25 - Bove–Planelli–Tèrmite-Palast

14.–17. Jahrhundert

Transkript des Audioguides

Die langgestreckte Fassade dieser Adelsresidenz folgt mit feierlicher Strenge dem Schwung der Straße. Der Eingang wird von einem rundbogigen Portal markiert, das von kunstvoll gearbeitetem Steinrelief eingerahmt ist. Darüber prangt ein eindrucksvolles Adelswappen, das die heraldischen Symbole der Familien Planelli und Bove vereint – zwei der ersten Bewohner dieses Palastes.

Über dem Portal öffnet sich eine feine Galerie im Renaissancestil mit drei eleganten Bögen. Das Fries wechselt zwischen Triglyphen und Metopen, die mit Blumenrosetten verziert sind. Die Pilaster tragen Dekore aus Bändern, Schleifen sowie Blatt- und Fruchtbündeln, die aus den Mündern fantasievoller, maskenartiger Gesichter hervorzuwachsen scheinen.

Ein Gesimsband trennt die Fassade in zwei Ebenen. Auf beiden Seiten der Galerie öffnen sich rechteckige Fenster, während ein zurückhaltendes, horizontales Gesims die architektonische Komposition elegant abschließt.

Zwar gibt es keine genauen Aufzeichnungen, doch stilistische Merkmale deuten darauf hin, dass das Gebäude um 1600 errichtet wurde – in einer Zeit, in der die Architektur von Bitonto noch stark vom Spätrenaissancestil geprägt war.

Umbauten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts führten zur Errichtung eines Balkons auf der linken Seite der Fassade, der das Gesamtbild milderte. Im Zentrum ist ein dreigeteiltes Wappen sichtbar, das die Embleme der Familien Scaraggi und vermutlich Ferri zeigt. Die Errichtung dieses Balkons markiert den Übergang des Besitzes an andere Adelsfamilien, vermutlich durch Heirat. Solche Eigentumswechsel wurden häufig durch das Anbringen von Wappen an architektonischen Elementen dokumentiert – etwa an den kleinen Säulen der Balustrade der Galerie.

Durch das Portal betritt man einen Innenhof, von dem eine einläufige Steintreppe ins Obergeschoss führt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Innere des Gebäudes mehrfach renoviert – auch in jüngerer Zeit –, wodurch die ursprüngliche Struktur teilweise verändert wurde.

Mit dem Palast ist eine lokale Legende verbunden: die tragische Liebesgeschichte einer jungen Frau aus der Familie Tèrmite und dem zweitgeborenen Sohn der Familie Pietà, die im gegenüberliegenden Palast wohnte. Beide Familien lehnten die Verbindung strikt ab. Das Mädchen wurde gezwungen, ein Ordensgelübde abzulegen und in das Kloster der Jungfrauenschwestern einzutreten, während der junge Mann ein Leben als Söldner wählte. Trotz der Trennung gab er die Hoffnung nie auf: Heimlich kehrte er zurück und schlich sich durch die schmale Gasse hinter dem Kloster, in der Hoffnung, einen flüchtigen Blick auf sie zu erhaschen.

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