Das historische Zentrum von Bitonto ist ein wahres Kunstschatzkästchen, gefüllt mit prächtigen Kirchen und Adelspalästen. Doch direkt außerhalb der alten Mauern erzählen kleinere Kapellen ebenso faszinierende Geschichten, die mit lokalen Legenden und historischen Ereignissen verwoben sind. Unter ihnen sticht die Kirche des Heiligen Vitus hervor – ein bescheidenes, aber historisch bedeutendes Gebäude, das auf das Jahr 1664 zurückgeht.
Die Kirche spielte eine bemerkenswerte Rolle im Jahr 1741, als Karl VII. und Königin Maria Amalia Walburga Bitonto besuchten, auf ihrem Weg durch Bari haltend. Das königliche Paar wurde mit großen Ehren empfangen. Vom Balkon dieser kleinen Kirche hörten sie Bischof Giovanni Barba zu, der die historische Schlacht schilderte, in der die spanische Armee über die Österreicher triumphierte. Eine Steintafel wurde in die Fassade der Kirche eingelassen, um den Besuch zu gedenken, mit einer Widmung an den König und die Königin.
Die Kirche ist auch mit dunkleren Episoden aus der Geschichte der Region verbunden, insbesondere dem Phänomen des Banditentums, das Süditalien im 18. und 19. Jahrhundert plagte. Sie wurde die letzte Ruhestätte von Francesco Giacò – besser bekannt als Bagiacco – einem gefürchteten Gesetzlosen, der die Landschaft terrorisierte. Geboren 1783, herrschte er jahrelang mit eiserner Hand in der Region, bevor er gefangen genommen und zum Tode verurteilt wurde. Am 23. September 1809 wurde er exekutiert und geköpft. Sein Körper wurde hier beigesetzt.
Bescheiden in der Größe folgt die Kirche einem rechteckigen Grundriss mit einem Tonnengewölbe.
Bescheiden in der Größe folgt die Kirche einem rechteckigen Grundriss mit einem Tonnengewölbe. Sie liegt etwas unter dem heutigen Straßenniveau, ein deutliches Zeichen für die vielen Bauschichten, die im Laufe der Jahrhunderte hinzugefügt wurden. Ein Dokument von 1202 deutet darauf hin, dass die heutige Kirche möglicherweise auf den Ruinen einer früheren Struktur errichtet wurde. 1716 wurde eine Restaurierung durchgeführt, und ein Zyklus von Fresken wurde in Auftrag gegeben, die bei den jüngsten Konservierungsarbeiten wieder zum Vorschein kamen.
An der Rückwand kann man Bilder der Heiligen Crescentia und dem Heiligen Modestus bewundern, die zwei Engel flankieren, die anscheinend die Türen des Tabernakels öffnen. In der Mitte hängt ein spätmanieristisches Gemälde vom Heiligen Vitus. Auf dem Boden liegt ein Grabstein, der von der langjährigen Bestattungsnutzung der Kirche zeugt. Die Fassade, einfach, aber elegant, verfügt über ein doppelt architraviertes Eingangstor, ein kleines Rosettenfenster und einen Glockengiebel.
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