Der Palast Santorelli, im 16. Jahrhundert von der Familie Santorelli erbaut, blickt auf zwei mittelalterliche Innenhöfe und integriert ältere Bauwerke in seine heutige Struktur.
Das Gebäude gehörte ursprünglich der Familie Santorelli, einer der bedeutendsten Adelsfamilien von Bitonto bis ins 16. Jahrhundert. Die erste Erweiterung der Residenz begann um 1450. Später verband sich die Familie durch eine gezielte Heiratsstrategie mit den Labini und begründete so eine neue Linie. Ein Steinwappen von 1668, das noch heute auf einer kleinen Terrasse sichtbar ist, zeugt von diesem Wandel. Es zeigt eine Palme, einen Olivenzweig und einen Stern, der über drei Hügeln leuchtet.
Im Zuge der Umbauten wurde die ursprüngliche Renaissancefassade abgetragen und durch eine neue ersetzt. Diese wurde von den Baumeistern Domenicound Nicola Valentino entworfen – herausragende Handwerkskünstler ihrer Zeit, die mit dem berühmten Architekten Luigi Vanvitelli zusammenarbeiteten.
So entstand eine Fassade im borrominischen Stil, die sich über drei Stockwerke erstreckt. Sie besitzt ein Rundbogenportal und einen kleinen Balkon, auf dem das Familienwappen der Santorelli zu sehen ist: ein aufbäumender Löwe mit einem Schrägbalken und drei Jakobsmuscheln.
Trotz der zahlreichen Veränderungen sind einige Elemente des ursprünglichen Baus aus dem 16. Jahrhundert erhalten geblieben – darunter bemalte Dekorationen wie eine Darstellung der Madonna mit Kind aus derselben Zeit. Im Jahr 1750 wurde dem Palast eine private Kapelle hinzugefügt.
Ein besonders bemerkenswertes Detail ist ein Enkaustikgemälde der Mariä Himmelfahrt im Innenhof.
Im Laufe der Zeit wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer und wurde weiter umgebaut. Die Familie Fione vergrößerte den Bau, während die späteren Eigentümer – die Familie Ferrante – mehrere Renovierungen vornahmen: Sie erweiterten die Räume, ersetzten den Fußboden und gestalteten die Wände nach dem Zeitgeschmack. Dazu gehörten Wandmalereien in Tempera, inspiriert von den Vier Jahreszeiten, wahrscheinlich geschaffen von lokalen Künstlern – möglicherweise aus der abendlichen Zeichenschule von Bitonto.
Nach dem Aussterben der Familie Ferrante in den 1950er-Jahren wurde der Palast in gehobene Mietwohnungen umgewandelt. Heute befindet sich der Palast Santorelli im Besitz der Familie Gesmundo, die weiterhin seinen historischen Charme bewahrt und pflegt.
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