8 - Anjou-Turm

Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert

Transkript des Audioguides

Der Anjou-Turm ist der größte und am besten erhaltene der insgesamt achtundzwanzig Türme, die einst die Stadtmauern von Bitonto säumten. Er wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtet und steht auf den Überresten einer älteren normannisch-staufischen Befestigungsanlage. Ziel war es, das Baresaner Tor, eines der wichtigsten Stadttore, zu schützen.

Trotz der vergangenen Jahrhunderte ist das Äußere des Turms erstaunlich gut erhalten. Die zylindrische Struktur ist typisch für die angevinische Militärarchitektur: mit einem Durchmesser von 16,32 Metern, einem Umfang von über 50 Metern und einer Höhe von 24 Metern vom heutigen Bodenniveau aus. Das untere Geschoss besteht aus Stein, die oberen Stockwerke aus Tuffstein und sind mit einem schlichten Zinnenkranz abgeschlossen.

Im Inneren sind noch heute Spuren seiner ursprünglichen Verteidigungsfunktion zu erkennen. Das Erdgeschoss, rund angelegt, zeigt den Rand eines tiefen Brunnens. Die kugelförmige Decke hat eine rechteckige Öffnung, durch die man früher über eine Holzleiter in das obere Stockwerk gelangte. Zwei kleine Fenster lassen Licht herein, und eine schmale Tür auf der Nordseite verband den Turm einst mit der Stadtmauer und den benachbarten Türmen.

Der erste Stock hat einen achteckigen Grundriss und ist mit einem Kreuzgewölbe überdeckt. Hier befindet sich ein eleganter Kamin aus dem 14. Jahrhundert, mit kleinen Säulen, Halbsäulen, kunstvoll gearbeiteten Kapitellen und Wandnischen. Ein Seitenraum enthält eine Steintreppe, die in das zweite Stockwerk führt.

Der obere Raum ist wieder rund angelegt und enthält drei schmale Schießscharten, die strategisch auf wichtige Bereiche in der Umgebung ausgerichtet sind. Außerdem gibt es drei Fenster. Eine zweite Steintreppe, etwa zwei Meter über dem Boden angebracht, führt auf die Dachterrasse. Diese obere Ebene ist von einer 60 Zentimeter hohen Zinnenmauer umgeben und enthält einen hängenden Brunnen, zwei Meter tief, der in Belagerungszeiten als letzte Wasserreserve diente.

Nach einer sorgfältigen Restaurierung hat der Anjou-Turm heute eine neue Funktion gefunden. Er beherbergt die Städtische Galerie für zeitgenössische Kunst von Bitonto sowie das Tourismusinformationszentrum der Stadt – und verbindet so das historische Erbe mit dem kulturellen Leben der Gegenwart.

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