Das Diözesanmuseum Monsignore Aurelio Marena befindet sich im ehemaligen Konvent der Franziskaner-Konventualen, der später als Bischöfliches Priesterseminar genutzt wurde – direkt neben der Kirche des heiligen Franziskus vom Schuh. Seinen Ursprung verdankt das Museum der Vision des letzten Bischofs von Bitonto, Monsignore Marena, der die heilige Kunst der Diözese sammeln, bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.
Statt einer chronologischen Abfolge folgt die Ausstellung einem thematischen Aufbau – sie gliedert sich in theologische, liturgische, pastorale und territoriale Bereiche. Ziel ist es, die Geschichte der Diözese lebendig werden zu lassen – durch jene Werke, die die Gemeinschaft über Jahrhunderte hinweg begleitet haben.
Gleich beim Betreten beginnt eine Reise durch die Kunstgeschichte: vom byzantinischen Einfluss – sichtbar in gemeißelten Kapitellen und Fragmenten bemalter Tafeln – über die romanische Epoche bis hin zu den Anfängen der italienischen Kunst. Eines der bedeutendsten Exponate ist ein Tafelbild des heiligen Franziskus von Assisi, das als einzigartig im Süden Italiens gilt – ein frühes Zeugnis für die Präsenz der Franziskaner in der Region. Ein lebendiger Bereich des Museums widmet sich dem 16. und 17. Jahrhundert – einer Zeit kulturellen Aufschwungs in Bitonto. Der Geist der Katholischen Reform und die Impulse des Konzils von Trient förderten die künstlerische Kreativität in diesen Jahren erheblich.
Ein weiterer zentraler Bereich ist dem liturgischen Gerät gewidmet – Ausdrucksmittel für die tiefsten Momente des religiösen Lebens. Hier erkennt man den Einfluss von Neapel, etwa durch die Silberschmiedemarken, sowie die feinen Stickereien aus der Königlichen Werkstatt von San Leucio. Diese Kunstformen standen stets im Dialog mit dem lokalen Handwerk – etwa mit den Arbeiten der Benediktinerinnen von Bitonto.
Das Museum bewahrt außerdem eine wertvolle Sammlung von Urkunden auf Pergament und Papier – darunter päpstliche Bullen, liturgische und Andachtsbücher, Grundbesitzregister und klösterliche Gelübde. Sie zeichnen ein lebendiges Bild von der spirituellen und kulturellen Entwicklung der Diözese.
Hinter dem Museum, jenseits der alten Kreuzgänge des Klosters, liegen die Hängenden Gärten – ein stiller, stimmungsvoller Ort im Herzen des historischen Zentrums. Dieser erhöhte Bereich entspricht der römischen Kreuzung von Cardo und Decumanus, wo einst die Akropolis des alten Castrum lag. Der Hügel bot natürlichen Schutz und strategischen Vorteil.
Einige Quellen deuten darauf hin, dass dieser Bereich bereits im Mittelalter ein Grünraum des Klosters Santa Lucia war, möglicherweise bis zum heutigen Städtischen Theater Tommaso Traetta reichend. Die Gärten wurden über den normannischen Stadtmauern angelegt, einst flankiert von Türmen und Wehrgängen, und erfüllten sowohl dekorative als auch militärische Funktionen.
Im Laufe der Jahrhunderte haben die Gärten viele Wandlungen erfahren. Ihre Nutzung veränderte sich mit dem Gebäude selbst – vom Kloster zur Militäreinrichtung, später zum Priesterseminar. Doch der ursprüngliche Grundriss lässt sich noch heute erkennen.
Dank einer sorgfältigen Restaurierung haben die Gärten ihren alten Glanz zurückerlangt. Heute beherbergen sie Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen – im Einklang mit der historischen und natürlichen Umgebung. Von diesem stillen Grünraum aus genießen Besucher einen atemberaubenden Blick über Dächer, Kuppeln, Türme und Höfe der Altstadt – ein stummes Gespräch zwischen Natur und Architektur.
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