Der Planelli–Sylos Palast, gelegen an der historischen Via Planelli, vereint Jahrhunderte lokaler Geschichte. In der populären Tradition als Münzpalast bekannt, verdankt das Gebäude seinen Spitznamen einem seiner bemerkenswertesten Bewohner: Antonio Planelli (1747–1803), Mathematiker, Jurist, Wissenschaftler und Musikliebhaber – eine herausragende Figur der süditalienischen Aufklärung.
Die Familie Planelli führt ihre Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurück, als Bernardo I, ein katalanischer Adeliger, nach Salpi kam. Im Laufe der Jahrhunderte nahmen Familienmitglieder bedeutende Positionen in weltlichen und kirchlichen Bereichen ein. Antonio Planelli stach dabei besonders hervor, nicht nur aufgrund seiner brillanten Ausbildung in den Geistes- und Naturwissenschaften, sondern auch wegen seiner vielseitigen Talente. Nachdem er seine Eltern verloren hatte, zog er nach Neapel, wo er Professor für Chemie und klassische Literatur wurde. Ein wahrer Universalgelehrter, sprach er mehrere Sprachen fließend, spielte Klavier und erlangte Anerkennung für seine Expertise in der Metallurgie. 1790 ernannte ihn König Ferdinand IV. zum Direktor der königlichen Münzstätte von Neapel– eine prestigeträchtige Position, die ihm großen Einfluss verschaffte.
Während seiner Zeit in Bitonto war der Palast elegant und mit raffinierten architektonischen Merkmalen sowie opulenten Dekorationen ausgestattet.
Obwohl das Gebäude mittelalterliche Ursprünge hat, stammt die heutige Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Der weitläufige Eingangsbereich öffnet sich zu einem quadratischen Innenhof, der mit einer grandiosen, mehrflügligen „romantischen“ Treppe mit Balustraden geschmückt ist, die vermutlich vom Architekten Raffaele Comes entworfen wurde.
Die Innenräume spiegeln den raffinierten Geschmack der dekorativen Malerei des 19. Jahrhunderts wider. Im ersten für Besucher zugänglichen Raum ist die gewölbte Decke mit einem auffälligen Wandgemälde in Tempera geschmückt: ein großes, schal-artiges orientalisches Motiv mit vier Eckenmedaillons, die das Gesicht einer jungen Frau verschiedener ethnischer Herkunft darstellen, umrahmt von floralen Mustern, Pfauenfedern und Bändern.
Der Hauptsaal des Palastes, über 43 Quadratmeter groß, beeindruckt mit einem Deckenbild, das eine weibliche Figur darstellt – vermutlich eine Göttin –, die von Engeln emporgehoben wird, während sie mit einem Lorbeerkranz gekrönt wird. Die Decke ist mit falschen Stuckrahmen, Grotesken, Landschaften und floralen Motiven geschmückt, wobei vergoldete Elemente vor einem himmelblauen Hintergrund leuchten.
Weitere Räume bewahren originale Dekorationen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, mit eleganten ornamentalen Entwürfen, die die künstlerische Verfeinerung der damaligen Zeit bezeugen.
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