Die Kirche der Seelen im Fegefeuer wurde errichtet, um der Bruderschaft der Heiligen Maria vom Fürbittgebet einen würdigeren Ort für ihre Andacht zu bieten.
Das Gelände war zuvor von mittelalterlichen Gebäuden bebaut.
Der Bau begann im Jahr 1670 nach Entwürfen des Architekten Michelangelo Costantino – derselben Künstlerpersönlichkeit, die auch das Carafa-Mausoleum in der Kathedrale schuf. Die Weihe der Kirche erfolgte im Jahr 1688.
Besonders auffällig ist die hohe Giebelfassade in Dreiecksform, reich verziert mit Symbolen des Todes und der Erlösung – ganz im Einklang mit den spirituellen Werten der Gegenreformation. Das Eingangsportal, eingefasst in glattes Steinmauerwerk, wirkt besonders eindringlich: Die senkrechten Säulen sind mit lebensgroßen Skeletten verziert – Sinnbilder für die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.
Über der Tür, auf dem Gebälk, befinden sich gemeißelte Metopen, die Skelette mit Kronen, Bischofsmützen und Papsttiaren zeigen – ein kraftvolles Bild, das verdeutlicht, dass der Tod vor keinem gesellschaftlichen Stand Halt macht. Das Giebelfeld ist mit einem Relief geschmückt, das Seelen im Fegefeuer zeigt, die von Engeln emporgehoben werden – eine Darstellung, die Hoffnung und Erlösung vermittelt.
Das Innere der Kirche besteht aus einem rechteckigen Hauptschiff, das von Bögen gesäumt ist und mit prachtvollen Barockaltären aus dem späten 18. Jahrhundert geschmückt wurde. Eine Ausnahme bildet der zweite Altar auf der linken Seite, der noch seine originalen Verzierungen aus dem 17. Jahrhundert bewahrt.
Den Abschluss der Rückwand bildet der Hochaltar, auf dem die Statue der Schmerzhaften Muttergottes thront. Diese Figur – gemeinsam mit der Darstellung des toten Christus – steht im Mittelpunkt der feierlichen Karfreitagsprozession, einer tief bewegenden und bedeutungsvollen Tradition für die Menschen in Bitonto.
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